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Die großen Meister können es ja doch ein wenig besser als wir...

Mike Rosa im Interview.

von Axel Fritz

 

A.F.: Mike Rosa, Du bist der Manager des Internetmatches Chess Tiger gegen den Rest der Welt. Wo kommen die Teilnehmer her?

Mike Rosa: Die Mehrzahl kommt aus Deutschland, aber wir haben auch Teilnehmer aus den USA, Kolumbien und Indien. Chess960 hat somit auch den "Grossen Teich" überquert. Unsere direkten Nachbarn Niederlande, Schweiz und Österreich sind auch vertreten. So kommen die Mails mit den Zugvorschlägen hauptsächlich zwischen 16 und 0 Uhr.

A.F. Wie läuft das Ganze organisatorisch?

Mike Rosa: Ich bin - zumindest abends und dank der Flaterate - ununterbrochen online, um eventuelle Fragen nach Möglichkeit umgehend beantworten zu können. Zwischen 16 Uhr MEZ und 4 Uhr MEZ hat der Rest der Welt Zeit, sich einen Zug zu überlegen und diesen an mich zu senden. Aus beruflichen Gründen komme ich jedoch meistens erst gegen 12 Uhr MEZ dazu, den Zug u. a. an den Webmaster, also Dich, zu senden. Daher nehme ich zur Not auch Züge entgegen, wenn jemand erst morgens dazu kommt, seinen Zug zu mailen. Eingehende Züge werden unverzüglich in eine eigens für die Partie angelegte Tabelle eingetragen. So kann sich jeder Teilnehmer sicher sein, dass keiner seine Züge verloren geht und ich habe alles auf einen Blick. Ist der Zug mit der Mehrheit der Stimmen ermittelt, verbreite ich ihn sofort an sämtliche Tiger. Zusätzlich ermittle ich täglich per Los unter den "richtigen" Einsendungen den Gewinner eines der tollen Preise.

A.F. Ist das Match eher bitterer Ernst oder leichte Muse?

Mike Rosa: Nun, ich denke, beide Seiten spielen, um zu gewinnen! Okay, ohne dem weiteren Partieverlauf vorgreifen zu wollen, sieht es wohl so aus, als müsste Schwarz mittlerweile mit einem Remis zufrieden sein, aber das tut dem Ehrgeiz der Gegnerschaft absolut keinen Abbruch. Dabei kommt der Spass - nicht zuletzt durch die Preise - aber keinesfalls zu kurz. Manch eine Mail wird nicht nur zur simplen Zugabgabe sondern auch zu einem kleinen Schwätzchen mit dem - wie Du es nennst - Manager des Internetmatches genutzt. Entgegen der Annahme einiger Teilnehmer bei RoW (Rest of the World), lassen sich die anderen Tiger die Züge nicht von Vishy Anand, Wladimir Kramnik & Co vorkauen sondern da rauchen daheim oder auch im Büro heftig die Köpfe. Es werden mitunter auch mehrmals am Tag per Mail starke und auch weniger starke Varianten ausgetauscht. Gespickt mit dem einen oder anderen flotten Spruch zur Stellung und gepaart mit respektvoller Kritik an dem einen oder anderen Zugvorschlag der grossen Meister, ist z. B. eine Mail von Prof. Dr. Freise fast täglich ein Muss und oft sehnlichst erwartet. Exekutiv entscheiden natürlich schon die Grossen des Fachs, welcher Zug den Weg auf die Website findet. Sie können es ja doch ein wenig besser als wir...

 

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