Grischuk beim Ordix Open
Weltranglistensechster Topstar bei offenen Turnieren
in Mainz
Gemeldete Top 50 haben einen Elo-Durchschnitt von über 2600!
von Hartmut Metz
Ein Open, zu dem die Weltklasse drängt? Würde
das Hauptaugenmerk nicht auf dem mit 33.333 Euro üppig gefüllten
Preisfonds liegen, könnte Organisator Hans-Walter Schmitt fast
die komplette Elite zum Ordix Open (16. und 17. August) bitten. Doch
ein begrenztes Budget für das offene Turnier und den Chess960-Wettbewerb
(14. und 15. August) verhindert, dass allein schon das Schnellturnier
in der Mainzer Rheingoldhalle zum „Who is Who“ des Weltschachs
gerät. Zahlreiche Anfragen musste Schmitt abschlägig beantworten.
Das Teilnehmerfeld las sich aber auch so schon Wochen vor Turnierbeginn
beeindruckend: allen voran Alexander Grischuk! Der Russe in Diensten
des deutschen Meisters Lübeck steht in der Weltrangliste mit 2732
Elo auf Platz sechs. Grischuk, Shooting Star des vergangenen Jahres
in den Top Ten, gibt damit sein Debüt bei den Chess Classic. Ebenso
wie fast alle der bisher vorangemeldeten 54 Großmeister und 6
Frauen-Großmeisterinnen nimmt der 19-Jährige auch am Chess960-Wettbewerb
teil.
Im Erfolgsfalle kann der Weltranglistensechste 7.500
Euro einheimsen. Insgesamt 6.000 Euro sind für die ersten Plätze
in den beiden Open ausgesetzt; die genaue Aufteilung ergibt sich dann
aus der Teilnehmerzahl in beiden Wettbewerben. Nehmen beispielsweise
500 Aktive am Ordix Open teil und 250 beim Chess960, ergäbe sich
ein Verhältnis von zwei Dritteln des Preisfonds (also 4000 Euro
für Platz eins im Ordix Open) zu einem Drittel (2.000 Euro) beim
Chess960. Zudem gibt es eine Kombinationswertung, bei der die Punktzahlen
beider Wettbewerbe aufaddiert werden. Der erfolgreichste Spieler erhält
dabei zusätzliche 1.500 Euro. Dem Gewinner des Chess960-Wettbewerbs
winkt überdies ein WM-Match gegen den Sieger des Chess960-Duells
zwischen dem Weltranglistenvierten Peter Leko (Ungarn) und –achten
Peter Swidler (Russland). Auch für Amateure versprechen die beiden
Turniere lukrativ zu werden. Insgesamt werden 158 Preise ausgeschüttet,
darunter Ratingpreise, die bis zu 600 Euro betragen!
Doch zurück zur Besetzung: Die Nummer zwei der
Setzliste ist „Slawisch-Gott“ Alexej Drejew. Mit 2698 Elo
liegt er derzeit nur knapp unter der Schallmauer von 2700 und auf Platz
17 der Weltrangliste. Knapp dahinter folgt die Nr. 20 Ivan Sokolov (Niederlande/2693).
Im Open sind zudem bisher der ehemalige WM-Halbfinalist Liviu Dieter
Nisipeanu (Rumänien/2666), der Usbeke Rustam Kasimdschanow (2664)
und Francisco Vallejo Pons (Spanien/2662) gemeldet. Mit den weiteren
Assen Alexej Aleksandrow (Weißrussland/2659), Wadim Swagintsew
(Russland/2653), Levon Aronjan (Armenien/2649), Michail Gurewitsch (Belgien/2644),
dem EM-Dritten und deutschen Ranglistenersten Alexander Graf (Köln-Porz/2643)
sowie Wladimir Epischin (Russland/2642) kommt die zwölfköpfige
Spitze des Feldes auf einen Durchschnitt von 2667 Elo! Viele bekannte
Stars folgen dahinter. Stellvertretend seien nur Rustem Dautov, Artur
Jussupow, Vlastimil Hort oder der ukrainische Jungstar Andrei Wolokitin
genannt. Die große deutsche Nachwuchshoffnung bei den Damen, Elisabeth
Pähtz, ist ebenfalls mit von der Partie. Die Erfurterin in Diensten
des Dresdner SC hatte im Vorjahr mit ihrem Zweikampf gegen Vizeweltmeisterin
Alexandra Kostenjuk für Aufsehen bei den Chess Classic gesorgt.
Die U18-Weltmeisterin ist erste Anwärterin auf den bestdotiertesten
Damenpreis.
Die Top 50, die bisher gemeldet sind, weisen den sagenhaften
Durchschnitt von 2600 auf! Die ersten 100 bringen es immer noch auf
2535 Elo, also Großmeister-Stärke. Wer die Herausforderung
sucht, ist also in der Mainzer Rheingoldhalle genau richtig am Platze.
Und die Chancen auf einen lukrativen Geldpreis bestehen trotzdem auch
für Amateure: 124 Preise werden ausgeschüttet. Die Ratingpreise
sind mit bis zu 1.000 Euro dotiert.
Die aktuelle Teilnehmerliste der Open-Turniere wie
auch Infos über die Versteigerung der Chess960-Simultanplätze
gegen Peter Leko und Peter Swidler finden sich auf der Webseite www.chesstigers.de.
Sie bietet dem Besucher auch noch einiges mehr. So kreierte der bekannte
Berliner Schach-Karikaturist Frank Stiefel speziell für die Chess
Classic einen Schach-Comic! Außerdem spielen die Chesstigers-Mitglieder,
angeführt von Viswanathan Anand, eine Partie gegen den „Rest
der Welt“. Dabei gibt es für die Teilnehmer täglich
einen Preis zu gewinnen. (ham)
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