Weltmeisterliches Springeropfer und bissige Grazien
im Einsatz
Herzschlagfinale in der Rheingoldhalle
Eine Chronik der Schachduelle der Chess Classic Mainz 2002 auf drei
CDs
Nie war Schnellschach bei den Chess Classic so dramatisch
wie 2002 in der Mainzer Rheingoldhalle. Die Duelle der Weltmeister und
der Grazien lieferten Schachkrimis auf höchstem Niveau. Auch das
Rahmenprogramm mit Ordix Open, das Chess-960-Open, die Computer-Handicap-Matchs
und die Simultans boten Spannung und Lehrreiches gleichermaßen.
Taten und Hintergründe werden jetzt mit einer Dreifach-CD in Wort,
Bild, Film und Analyse gezeigt. Neben Berichten von allen Events und
100 Bildern bekommt der Schachfreund exklusive Analysen aller Beteiligten
geliefert. Als besonderen Leckerbissen kann man die prickelnde Atmosphäre
der entscheidenden Runde der Weltmeister- und Grazien-Zweikämpfe
in einer 90-minütigen Chronik erleben. Mit dem Live-Kommentar der
deutschen Spitzenspieler Artur Jussupow und Eric Lobron sitzt man quasi
in der ersten Reihe, wenn Viswanathan Anand zum doppelten Springeropfer
gegen den FIDE-Weltmeister Ruslan Ponomarjow ausholt und die spätere
U-18-Weltmeisterin Elisabeth Pähtz der Vize-Weltmeisterin Alexandra
Kostenjuk Paroli bietet. Das Chess-Classic-Presseteam um Hartmut Metz
und Harald Fietz hat alle Höhepunkte in dieser Dokumentation zusammengestellt.
Die
Akteure waren besondere und sie boten Besonderes. In einem hochklassigen
Schnellschach-Match traf Viswanathan Anand, für den - wie einst
für Boris Becker Wimbledon - die Chess Classic sein „Wohnzimmer“
sind, auf einen neuen Herausforderer: Der indische FIDE-Weltmeister
von 2000/01 erwehrte sich der heftigen Angriffe des amtierenden ukrainischen
FIDE-Weltmeisters Ruslan Ponomarjow, dem jüngsten Champion aller
Zeiten. Anand festigt Jahr für Jahr bei den Chess Classic seinen
Ruf als weltbester Schnellschachspieler. Der indische Ex-Weltmeister
verteidigte auch diesmal seinen Titel durch ein umkämpftes 4,5:3,5
über Ponomarjow. Der Unterlegene bestätigte in Mainz, dass
sein WM-Sieg Anfang 2002 kein Zufall war. Der 18-jährige Ukrainer
bot seinem Vorgänger auf dem WM-Thron einen großen Kampf
und unterlag nur hauchdünn.
Spannung
und Abwechselung prägten auch das Duell zwischen Kostenjuk und
der jüngsten deutschen Frauen-Großmeisterin, Elisabeth Pähtz.
Alexandra Kostenjuk gilt wegen ihrer Modellauftritte als „Anna
Kurnikowa des Schachs“. Die Vize-Weltmeisterin feiert aber im
Gegensatz zu ihrer Tennis spielenden Landsmännin auch Turniersiege.
Elisabeth Pähtz schlug sich dennoch achtbar gegen die Favoritin.
Die jüngste deutsche Großmeisterin besitzt nicht nur eine
kesse Lippe, sondern dominierte den Zweikampf mit der ein Jahr älteren
Rivalin. Die Sport-Gymnasiastin unterlag nur wegen vieler vergebener
Chancen. Elf Partien mit der Eröffnung Sizilianisch offenbarten,
dass beide Spielerinnen den offenen Schlagabtausch suchten. Nach acht
Partien stand das Match gleich; im Blitz-Tie-Break hatte Kostenjuk knapp
die Nase vorne.
Doch nicht nur die Zweikämpfe erregten Aufmerksamkeit.
Computer-Matchs der etwas anderen Art gehörte die Bühne im
Wettstreit Mensch gegen Mensch mit Maschine. Mit Unterstützung
unterschiedlicher Hardware trat die Software „menschliches Gehirn“
an. Ex-Weltmeister Anand besiegte den Mainzer Oberbürgermeister
Jens Beutel glatt. Der Weltranglisten-14. Peter Swidler wagte das Experiment,
ohne Rechner anzutreten, und behielt gegen Jauch-Show-Millionär
Eckhard Freise knapp die Oberhand.
Und dann gilt noch: Keine Chess Classic ohne Innovation!
Beim ersten großen Chess960-Open von internationalem Rang winkte
dem Sieger ein Herausforderer-Match gegen Peter Leko. 131 Spieler testeten
die von Ex-Weltmeister Bobby Fischer erfundene Variante des Schachspiels.
Am Ende gewann mit Peter Swidler ein Großmeister der Extra-Klasse.
Eine Revue des Matchs Peter Leko gegen Michael Adams von den Chess Classic
2001 zeigt, welche Aufgabe auf den Mann aus St. Petersburg bei den CCM
2003 wartet.
Bewährtes gibt es ebenfalls zu berichten: Das
Ordix-Open bleibt ein Teilnehmer-Magnet! Fast 500 Schachfreunde bevölkerten
die Rheingoldhalle. Die 115 Titelträger teilten den attraktiven
Preiskuchen unter sich auf. Ganz vorne lag Viorel Bologan, der Sekundant
von FIDE-Weltmeister Ponomarjow, mit einem halben Punkt Vorsprung.
Große
Simultan-Vorstellungen haben Tradition bei den Chess Classic. Selbst
für Weltklasse-Spieler sind 40 Bretter kein Spaziergang. Ruslan
Ponomarjow war über vier Stunden unterwegs, um 30 Siege, acht Remis
und zwei Niederlagen zu bilanzieren. Länger auf den Beinen befand
sich Alexandra Kostenjuk. An 25 Brettern standen nach fast fünfeinhalb
Stunden 16 Gewinne, drei Unentschieden und sechs Niederlagen zu Buche.
In Interviews schildern die Beteiligten ihre Eindrücke. Obwohl
sich in der Schachwelt schon wieder viel getan hat, ist es immer noch
interessant zu hören, was zwei Spieler zu sagen haben, die erst
wenig in Deutschland aufgetreten sind. Ponomarjow nimmt auch zur Schachpolitik
kein Blatt vor den Mund, Kostenjuk äußert sich – außer
zum Schach - auch zu ihrer Modell-Aktivität neben dem Brett und
ihrer Rivalität mit der deutschen Konkurrentin. Die Wahl-Dresdnerin
Pähtz berichtet in einen Video-Interview mit Frederic Friedel aus
ihrer Warte vom „Duell der Grazien“.
Nachdem das Turnierbuch zu den Chess Classic 2000,
„Premiere der Top Ten“, einen hohen Standard setzte, versucht
die CD-Trilogie neue Maßstäbe zu schaffen. Die CD kann bei
ChessBase, auf der Webseite www.chesstigers.de oder bei jedem Fachhändler
für 19,99 Euro bestellt werden.
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