Plädoyer für Fischers Ideen - ja zu Chess960
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| langsam | normal | schnell | blitz | bullet |
| 120/120 | 90/30 | 25/10 | 5/5 | 3/0 |
120/90 |
60/60 | 20/10 | 5/3 | 2/0 |
| 120/60 | 60/30 | 20/5 | 4/2 | 2/1 |
| 90/90 | 30/60 | 15/5 | 3/2 | 1/1 |
| 90/60 | 30/30 | 10/5 | 3/1 | 1/0 |
Die Chess960 Turnierformen "Runden", "Doppel- und Mehrrunden", "KO-System", "Open" und "Zweikampf" sollen unter gleichen Bedingungen in die Spielstärkebewertung des einzelnen Spielers eingehen, allerdings unterschieden durch Partien zu offiziellen Welt-, Kontinental- und Landesmeisterschaften und deren Qualifikationen.
Um der Bedeutung einer offiziellen Partie im Kampf um die höchste Meisterschaft in Turnieren oder Wettkämpfen gerecht zu werden, soll die Wirkung auf das Ratingsystem mit dem Faktor 2 angesetzt werden. Deutlich soll dabei der Unterschied werden zu x-beliebigen Openpartien oder Partien um Klubmeisterschaften oder sogenannten eigens dafür eingerichtete "Normen"-Turniere. Die große Bedeutung des Ratingsystems für die meisten Schachspieler lässt nur eine Verfahrensweise wirklich zu, die exakt, fair, transparent, einheitlich und verbindlich ist, um die Spielstärke der gerateten Teilnehmer zu ermitteln und die obendrein das misst, was sie vorgibt zu messen: die Spielstärke eines Spielers. Bei dem neuen Ratingsystem des Chess960 würde berücksichtigt, dass nicht nur die Disziplin "über vier Stunden Spielzeit = klassische Bedenkzeit, längstens 7 Stunden, kann aber auch weniger sein mit 4½, 5, 5½ oder 6 Stunden", in die Wertung eingeht, sondern neben "normal" auch die Disziplinen "schnell" und "blitz". In der "All over All (AoA)" Ratingzahl des Chess960 Modells werden die Turniere methodisch gleich aus-gewertet, aber die drei Disziplinen mit unterschiedlichen Faktoren eingehen: normal = 1, schnell = 0,25 und blitz = 0,05. Die wichtigen Turniere mit ihren offiziellen Partien gin-gen also mit den Faktoren multipliziert mit 2 ein: normal = 2, schnell = 0,5 und blitz = 0,1. Es ist leicht verständlich, dass man den Lesern, den Zuschauern, den Sponsoren, den Organisatoren und den Teilnehmern alle drei Monate nur "eine" neue Ratingzahl eines Spielers (Weltrangliste) in der "AoA"-Zahl zusammenfassend präsentiert, um sie nicht mit grossem Zahlenwust oder -wirrwarr zu verunsichern, aber es ist nicht zielführend, wenn man nur das "langsame" Schach in die Bemessungsgrundlage einbezieht und somit die anderen Disziplinen diskriminiert. Natürlich wäre es jederzeit möglich den Experten oder Insidern die Disziplin-Zahl zu zeigen, sie ist ein Baustein aus dem "AoA"-System. Das Ratingsystem Chess960, wenn nötig und gewünscht, kann auch in den drei Diszipli-nen gleichberechtigte Weltranglisten für alle Spieler der Welt einheitlich führen. Nationale oder regionale “Untersysteme” wie INGO, DWZ, TWZ, NWZ und N-Elo sollten möglichst nicht entstehen und wenn, auf keinen Fall miteinander konkurrieren - es soll einfach zu verstehen sein! Desto höher die Zahl, desto besser die Weltranglistenposition und der Erfolg des Spielers.
Der "Passivitätsfaktor" ist ein weiteres Kriterium, das in die Spielstärkebewertung eines Spielers und damit in die Position der Weltrangliste einfliessen soll. Eine Mindestaktivität pro Jahr wurde definiert, um allzu große Passivität ohne Grund zu verhindern. Sollten diese Vorgaben unterschritten werden, wird ein Malus eingeführt, der am Ende eines jeden Jahres zur Anrechnung kommt. Damit soll grundsätzlich verhindert werden, dass die Weltrangliste ein verzerrtes Bild der aktuellen Spielstärken wiedergibt und Spieler oben bleiben können ohne ein Minimum an Partien als Leistungsnachweis im Jahr zu spielen. Analog zu den Bewertungsfaktoren im Ratingsystem wurden hier 20 Normal- oder 80 Schell- oder 400 Blitzpartien zu Grunde gelegt oder ein gewichteter Mix derselben, um den Abzug von Punkten zu vermeiden. Mit gerateten 15 Normal- und 20 Schnell- oder 10 Normal-, 20 Schnell- und 100 Blitzpartien wäre das Soll erfüllt. Bei Unterschreitung der Mindestanforderung, würde in Höhe der Nichterfüllung Punkte abgezogen - Bandbreite min. 1 Punkt bis max. 20 Punkte per Anno. Die heutige Weltrangliste hat den riesigen Nachteil, dass der einzelne Spieler ohne zu spielen eine zu lange Zeit oben bleiben kann oder quasi der ausscheidende Spieler zu lange in der Liste geführt wird. Als wichtigstes Kriterium für die Weltrangliste soll neben der Leistung auf jeden Fall die “spielenden” Spieler belohnt werden.
Eine grundsätzliche Frage stellt sich bei der Neueinführung des Chess960 Rating-Systems: Wie kommen die Teilnehmer von Chess960 Turnieren schnellstmöglich zu einer Ratingzahl? Es gibt dazu vier Quellen, die plausible und gesicherte Daten liefern können. 1. die Zahlen aus den bestehenden Elo- oder DWZ-Systemen werden für den Eintritt in das Chess960 Ratingsystem für die erste Auswertung zu Grunde gelegt - die Normalaufstellung ist ja auch eine Untermenge der 960 Stellungen! 2. die vorhandenen Daten von bereits gespielten Chess960 Turnieren werden nachträglich und chronologisch ausgewertet, 3. Anfänger ohne jegliche alte Wertungszahlen werden beim Eintritt in das Chess960 Wertungssystem anhand der Kriterien des Bauerndiploms (800), Springerdiploms (1000), Turmdiploms (1200), Damendiploms (1400) und Königdiploms (1600) von Chess960 autorisierten Meistern und Könnern eingestuft, 4. das mathematisch annähernd genaue Iterationsverfahren für den Erwerb einer ersten Chess960 Ratingzahl, anhand der Leistung in den ersten Partien, sowie Turnieren, wenn die anderen Teilnehmer schon Ratingzahlen haben. Von einer gewissen Basis aus (ca. 10.000 Spieler) sollten für alle gerateten Spieler eineindeutige ID-Karten erstellt werden, die dann von jedem Turnierveranstalter verwendet werden können und mit den neuesten Wertungszahlen aus der zentralen Datenbank upgedatet werden können.
Die inflationäre Entwicklung der Zahlen des neuen Wertungssystems soll verhindert werden, natürliches Wachstum analog der "Gauss'chen Normalverteilung" aber zulässig sein. Nach einer gewissen Anlaufphase soll in Relation der Gesamtzahl der Teilnehmer am Wertungssystem dann auch die Titel vergeben werden, die möglichst fair und bei normalen Turnieren erworben werden sollen. Bei der Vergabe der stufig aufgebauten Titelvorgaben sollen zwei Kriterien besondere Beachtung finden: 1. die Leistungsfähigkeit des Spielers, dokumentiert durch die Platzierung in der Weltrangliste, "AoA"-Rating basiert, und 2. die Kontinuität der Leistungserbringung über 2 Jahre hinweg in der "AoA" Liste ebenso dokumentiert und leicht zu ermitteln.
Bei der Vergabe der Titel gehen wir von einer Gesamtzahl von ungefähr 100.000 Spieler aus. Das heisst, dass der Chess960 GM (Internationaler Großmeister) mindesten das "AoA"-Rating der Top 100 erreicht haben muss - mit einem Rating von z.B. 2603. Dieses Rating muss er auch im Durchschnitt über zwei Jahre mit aktivem Spiel halten, trotz "Passivitätsfaktor". Erst dann wird ihm der Titel verliehen und nicht wie zur Zeit üblich nach gewisser Normenerfüllung! Bei der Vergabe der Titel unterhalb des GM wird lediglich die Ziffer der zu erreichenden Weltranglistenposition mit der jeweiligen aktuellen Wertungszahl verändert, die Bestätigung über zwei Jahre bleibt jedoch auch dort bestehen. Vorstellbar sind folgende Kriterien beim IM (Internationaler Meister) Top 500, beim RM (Regionaler Meister) Top 2.500 und beim CM (Kandidat Meister) Top 12.500. Die Titel sollen weiterhin auf Lebenszeit erworben werden. Eine wichtige Frage bleibt noch in der Diskussion: "Sollen für Männer und Frauen unterschiedliche Titel-Systeme eingeführt werden?" Erster Kommentar dazu: "Bei anderen geistigen und sportlichen Betätigungsfeldern, wie z.B. bei Hochschulprofessoren wird in der Leistungsanforderung auch nicht unterschieden". Im Übrigen wird beim Reiten, Automobilrennsport, usw. auch nicht differenziert! Es sollte allerdings im Einvernehmen das "Für und Wieder" geklärt werden.
Mainz, die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz und drittälteste Stadt Deutschlands nach Worms und Trier, gelegen zwischen den Flughäfen Frankfurt Rhein-Main und Frankfurt-Hahn mitten im Rhein-Main Gebiet an der Mündung vom Main in den Rhein, wäre besonders geeignet, in den ersten Jahren der Sitz des nationenfreien und weltweit operierenden Verbandes zu werden. Ein wenig Anrecht darauf könnte schon abgeleitet werden durch die ersten Durchführungen von bedeutenden Chess960 Turnieren und die innovativen vorbereiteten Tätigkeiten der Chess Tigers aus der Rhein-Main-Taunus-Region. Die Tradition der über 2000 Jahre alten einstigen Römerstadt würde auch ausgezeichnet zu dem traditionellen Anspruch des Schachs passen, vereint in der Anforderung das Schach zu bewahren, zu pflegen, weiterzuentwickeln und mit demokratischer und kommerzieller Ausrichtung zu modernisieren. Neben Gutenberg und der Fastnacht wäre ein drittes international attraktives Standbein mit einem begeisterten Oberbürgermeister an der Spitze sicher auch ein Garant für Prosperation und Professionalität. Das Zentrum für Chess960 - in 20 Jahren wird man es nur noch Chess oder Schach nennen - mit Sitz des Weltverbandes WNCA "World New Chess Association" und Durchführung der ers-ten Chess960 Weltmeisterschaften würde in der wirtschaftlich starken und verkehrstech-nisch zentral gelegenen Rhein-Main-Region die besten Voraussetzungen in Europa finden. Da die Anfangsaktivitäten auf der Basis von Schnellschach gemacht wurden, sollte an Hand dieser Disziplin aufgezeigt werden, wie sich ein netzwerkartiges Qualifikationssystem mit fairen demokratischen Chancen für jeden einzelnen Spieler rea-lisieren liesse.
Die WM-Austragungen sollten auf jeden Fall zyklisch im Dreijahres- oder Zweijahres-Rhythmus erfolgen. Der Dreijahresrhythmus würde bedeuten, dass im Jahr 2003 "schnell", 2004 "blitz", 2005 "normal" gespielt wird, danach wiederholt sich der Ablauf dreijährlich. Beim Zweijahres-Rhythmus würden die Disziplinen "schnell" und "blitz" zusammengelegt. Um allen befreundeten und gleichberechtigten Organisatoren von traditionellen und neuen Turnieren einen festen Planungshorizont zu geben, sollten auch die Jahre in einen möglichst festen Rhythmus ablaufen: im ersten Halbjahr sollen die acht 11-13 rundigen, regionalen Qualifikationsopen stattfinden, im August das KO-Kandidatenturnier oder -Openturnier der qualifizierten letzten 64 Kandidaten und im Dezember der WM-Kampf, wo der amtierende Weltmeister auf den Herausforderer triff. Am Entwicklungsanfang soll auch der Qualifikationstourismus bei den Open zugelassen werden, damit die vielleicht regional unterschiedlichen Entwicklungsstände von Chess960 etwas ausgeglichen werden können. Die Regionen könnten folgend beschrieben zusammengestellt werden: A = West-Europa, B = Mittel-Europa, C = Ost-Europa, D = Zentral-Asien, E = Süd-Asien, Australien, Ozeanien, F = Afrika, Mittlerer Osten, G = Nord- & Mittelamerika, H = Süd- und Mittelamerika.
Um den Start des WM-Systems zu beschreiben wurde die Annahme getroffen, dass die Chess960-Turniere der Jahre 2001 und 2002 in Mainz als die ersten Weltmeisterschaftskämpfe und Kandidatenturniere stattgefunden haben. Dies würde bedeuten:
1. Peter Leko ist Chess960 Weltmeister in der Disziplin “schnell”,
2. Peter Swidler ist Gewinner des Kanddaten-Finales 2002 und Herausforderer,
3. der Herausforderer des amtierenden Weltmeisters würde im nächsten
Zyklus wie folgt beschrieben in einem 64iger-Finale nach KO- oder Open-System
ermittelt
4. wer sind die Qualifizierten für dieses 64er-Finale?
a. die 6 Erstplatzierten der vorhergehenden regionalen Qualifikationsopen
b. die 8 Besten der vierteljährlich erscheinenden Weltrangliste
mit Stichtag 1.Januar
c. die 8 Viertelfinalisten des letzten WM-Zyklus, bzw. der enttrohnte
Weltmeister.
Die Vorschläge zur Rundenzahl, die an wievielen Turniertagen gespielt werden, bedürfen sicher auch einer genauen Prüfung bei der organisatorischen Realisierung durch die Veranstalter und des damit verbundenen finanziellen Rahmens. Nachfolgend wurden die ersten Vorschläge zusammengefasst:
| WM-Stufe | Turnierart | Zeitfenster | R-Zahl/Tage | ||
| Normal | Schnell | Blitz | |||
| Qualifikation (Reg.) | Open | Mai/Juni | 11/6 | 15/3 | 19/2 |
| 1/32-Finale | KO-System | August | 2/2 | 4/1 | 8/1 |
| 1/16-Finale | KO-System | August | 2/2 | 4/1 | 8/1 |
| 1/8-Finale | KO-System | August | 4/4 | 6/2 | 12/1 |
| 1/4-Finale | KO-System | August/September | 4/4 | 6/2 | 12/1 |
| 1/2-Finale | KO-System | August/September | 6/6 | 8/3 | 16/2 |
| 1/1-Finale | KO-System | August/September | 8/8 | 12/4 | 20/2 |
| WM-Kampf | KO-System | Dezember | 12/12 | 16/6 | 24/3 |
Durch den jeweiligen Zwei- oder Dreijahres-Zyklus in den einzelnen Disziplinen
würde dem Status des Weltmeisters mehr Anerkennung entgegengebracht,
indem er das Recht erhält, jeweils nur gegen den Herausforderer
antreten zu müssen, dies würde mehr Kontinuität in die
Statistik bringen, als das „inflationär“ angesehene
System der KO-Weltmeisterschaften, wo der amtierende Weltmeister keine
Vorrechte mehr geniesst und bereits von Anfang an mitspielen muss. Allerdings
soll bei unentschiedenem Ausgang des WM-Kampfs, die Titelvergabe durch
Stechen vergeben werden, bei Gleichstand be-hält nicht der WM automatisch
den Titel.
Um den Start einer Chess960 Offensive zu unterstützen und die damit verbundene Verbreiterung des Marktes zu beschleunigen soll ab Mai 2004 die hierarchiefreie Austragung der deutschen Meisterschaft durchgeführt werden. Die Mannschaftsstärke soll vorerst 6 Spieler betragen und pro Mannschaft mindestens 10 und maximal 25 gemeldete Spieler pro Saison zulassen. Es werden Partien mit der Bedenkzeit 60/30 gespielt und jeweils zwei Spiele mit wechselnden Farben an einem Tag ausgetragen, wobei maximal zwei der sechs Spieler in der zweiten Begegnung ausgetauscht werden dürfen. Die ersten deutschen Meisterschaften sollen im KO-System ausgetragen werden und den typischen Doppelspieltag mit Samstag/Sonntag haben, wobei in den Runden bis zum 1/16-Finale dem regionalen Aspekt mehr Rechnung getragen wird, als dem Spielstärkeargument. Dies würde bedeuten, dass an einem Wochenende an einem Spielort von vier Mannschaften eine weiterkommen würde. Mit diesem Qualifikationsmodus würde es dann durch alle Runden gehen bis zum Finale in Mainz, wo die letzten vier Mannschaften im Rahmen der Chess Classic Mainz 2004 den 1. Deutschen Mannschaftsmeister an zwei Spieltagen ermitteln. Spielberechtigt wären alle Mannschaften, die sich aus Vereinen und Klubs, Freizeit- und Hobbyclubs, Firmen, Schulen, Institute, Städte und Regionen, national und international oder gar völlig nichtorganisierten Spielern am Anfang der Saison zusammensetzen würden – wichtigste Voraussetzungen wären die Meldung der mindestens 10 Spieler, maximal 25 Spieler, die Einzahlung von einem Organisationsgeld und Reuegeld, die Verpflichtung mindestens ein Heimspiel mit Zurverfügungstellung eines Spielleiters und eines neutralen Schiedsrichters auszutragen. Obligatorisch ist die Einhaltung der von der Chess960 Zentrale vorgegebenen organisatorischen und spieltechnischen Regeln, besondere Beachtung ist dem Zeitpunkt der Auslosung und der Bedenkzeitregelung beizumessen. Diese Regelungen würden natürlich im Detail rechtzeitig mit Spielterminen vor der Saison bekanntgegeben. Der jetzige Planungshorizont würde folgende Termine in den Sommermonaten als günstig erscheinen lassen:
| 1. 09.-10.08.2004 (4) | Finale und Halbfinale im Rahmen der
Chess Classic Mainz Vergabe von Meistertitel incl. Qualifikation zur Team-WM |
| 2. 07.-08.08.2004 (16) | Viertel- und Achtelfinale entweder zentral oder
gemäß der Heimspielarchitektur, Auslosung deutschlandweit |
| 3. 17.-18.07.2004 (64) | 1/16 Finale und 1/32-Finale grob regionale Heimspielarchitektur, Auslosung nach Entfernungstableau und Setzliste |
| 4. 19.-20.06.2004 (256) | 1/64 Finale und 1/128-Finale regionale Heimspielarchitektur, Auslosung nach Entfernungstableau und Setzliste |
| 5. 15.-16.05.2004 (1024) | 1/256 Finale und 1/512-Finale regionale Heimspielarchitektur, Auslosung nach Entfernungstableau und Setzliste |
| 6. 24.-25.04.2004 (4096) | Vorqualifikationsrunde mit fein regionalen Strukturen |
Mit dieser flachen Organisationsstruktur lassen sich am einfachsten neuartige Prozesse in Gang setzen und geben jeder Mannschaft in ihrem neuen nationalen Chess960 Engagement die gleichen Anfangschancen. Zum Beispiel könnte die Stadt Bad Soden im Taunus mit einer Mannschaft Anand, Ponomarjow, Jussupow, Dautow, Portisch, Lobron, Hort, Reschke, Brendel, Assmann, Niebling, usw. antreten und auf Anhieb deutscher Mannschaftsmeister werden!
Anläßlich der Chess Classic Mainz 2004 wäre ein Wettbewerb in der Rheingoldhalle oder bei schönem Wetter am Rheinufer möglich. Der Demonstrationswettbewerb für Chess960 würde sicherlich einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehen und vielleicht auch den Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde schaffen. Dieser Wettbewerb könnte am freien Tag zwischen den beiden Open stattfinden. Auf der einen Seite 960 schachbegeisterte Kinder, Jugendliche und Erwachsene und auf der anderen Seite 32 Großmeister, die jeweils gegen 30 Gegner antreten würden. Gespielt würden natürlich alle 960 verschiedenen Chess960 Grundstellungen.
Großen Nutzen würde die Entwicklung eines transaktionsgesicherten, vollautomatisierten Übertragungs-System mit sich bringen, das fast alle manuellen Tätigkeiten bei der Durchführung von Turnieren, besonders der großer Open oder der großen KO-Turniere ersetzen könnte. Um die Rentabilität, bzw. die Wirtschaftlichkeit dieser Entwicklung in den Vor-dergrund zu stellen, müßte sichergestellt sein, dass es ein Minimum an Auftragsvolumen gibt. Die Auslastung des Systems mit dem dazugehörigen professionellen Service durch das Standardbedienungspersonal würde zu hohen Verfügbarkeitswerten während der Realisierung der Turniere führen, die Professionalisierung der Haupt- und Nebenprozesse des Turniers beschleunigen und damit hohe Zufriedenheitswerte bei Veranstaltern und Sponsoren herstellen, als beste Voraussetzung zum Sponsoring. Um einmal eine Kosten-rechnung aufzumachen wurde das Beispiel der Chess Classic Mainz 2002 im Ist/Soll Vergleich für die technische Realisierung inklusive Personalkosten gegenübergestellt. Da die Chess Classic ein einmaliger, jährlich stattfindender Event ist, können zum Beispiel keine Synergieeffekte erzielt werden, die beispielsweise eine Turnierserie von 20 Veranstaltungen pro Jahr bringen würde. Ganz besonders würde die Qualität der Veranstaltung steigen im Bereich der sich ständig wiederholenden Prozesse, bzw. des ständig benötig-ten Know How's. Das würde sich vom Internetauftritt bis zur Turnierdurchführung, von der Pressearbeit bis zur Schiedsrichterleistung, vom Ankündigungsmanagment bis zur Turnierdokumentation und Nachbereitung wie ein roter qualitäts- und quantitätssteigern-der Faden durch die ganze Veranstaltung ziehen – ohne den individuellen Charakter und Zuschnitt des traditionellen oder neuen Events zu verlieren. Nach erster Sichtung der Zahlen liessen sich die Kosten der Chess Classic in der technischen und organisatori-schen Realisierung auf mindestens ein Drittel reduzieren, wenn es 20 gleichgesinnte und zuammenarbeitende Turnierveranstalter gäbe!
Nun ein paar Gedanken zur technischen Durchführung von großen Veranstaltungen ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben:
1. Ein zentraler Server managt alle Daten, sowohl die
benötigten (registrierten) Weltverbands-Spielerdaten als auch die
entstehenden Daten (Partienotation, Resultate, Wertungssystem, Controlling,
Paarungsmanagement und Geldüberweisung.
2. Ein Gateway-Server managt den ganzen Internetauftritt und ein weiterer
Gateway-Server managt alle Videowand- und Fernsehauftritte. Alle Partien
sind im Saal und im Internet (switchable) zu übertragen.
3. Weitere Server (Vorrechner) managen in Modulgrößen für
128 Openspieler (gleichrangige Kaskadierung) die Brettdaten, geben sie
an den Zentralrechner weiter und bekommen sie zur Verteilung wieder
zurück.
4. Alle Bretter (Frontends) sind elektronische DGT-Bretter mit digitaler
Erfassung der Partiedaten, der Resultate, der logischen Prüfung
des Partieverlaufs, der digitalen Spielernamenanzeige und der Verbindung
zur elektronischen Uhr. Alle Bretter sind zum Vorrechner über Funk
(wireless) verbunden, die komplette Vernetzung entfällt.
5. Ein Check-in-Automat (wie bei der Flugbuchung) steht zur Verfügung
und ersetzt die manuelle Erfassung. Die meisten Teilnehmer bringen einfach
ihre ID-Karte mit.
Der Ablauf des Turniers könnte in der Zukunft wie folgt ablaufen:
Der Spieler meldet sich über Internet und/oder vor Ort mit seiner
Verbands-ID an, gibt seinem Spiel-Wunsch ein (z. B. Open A, B oder C,
Kontonummer und Bankleitzahl) und sagt o.k. Jetzt muß er nur noch
an der Boarding-Anzeige seine Tischnummer ablesen und an seinem Brett
die elektronische angezeigten Namen auf Richtigkeit überprüfen
und schon gehts los. Der elektronische Schiedsrichter setzt gleichzeitig
an allen Brettern die Uhren in Gang und die erste Runde kann beginnen.
Nach dem Spiel müssen die Spieler das Resultat 1:0, 0:1 oder ½
eingeben und beide müssen bestätigen. In Minutenschnelle wird
die Auslosung der nächsten Runde durchgeführt und an der Boarding-Anzeige
sowie den einzelnen Brettern angezeigt. Nach der letzten Runde wird
das Resultat bekannt gegeben und die Geldpreise auf die jeweiligen Konten
der Sieger überwiesen – somit könnten sogar die langweiligen
Siegerehrungen entfallen und jeder den "Tatort" eiligst verlassen,
sofern es sich nicht um Ehrungen mit Jacketts, Urkunden, Pokale oder
Sachpreise handelt.
Vollkommene und perfekte Systeme gibt es nicht, weder
organisatorisch noch technisch. Selbst die Schöpfung der Erde mit
der Krönung Mensch oder gar des uns nur teilweise bekannten Universums
mit all ihren Wesen erscheint nicht immer vollkommen organi-siert, wie
sollten wir da mit unserem Schachspiel und seiner Entwicklung, bzw.
den ganzen Begleitumstände zufrieden sein? Wichtig erscheinen die
einfachen Sätze: "Ge-winnen fängt an mit Beginnen",
“Und sie bewegt sich doch”, “Niemals wird es Seinesgleichen
geben”, “Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit”,
“Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben ...”, “Nichts
ist stetiger als die Veränderung” und viele mehr. Wenn wir
also festhalten an dem was uns lieb und teuer ist, dürfen wir nicht
ver-gessen, dass auch die Veränderung des Schachspiels etwas Natürliches
ist und wir dürfen keinesfalls den Schachpersönlichkeiten
nachgeben, die sich aus Bequemlichkeit oder gar Überzeugung nicht
mehr verändern wollen. Alles mit Augenmass und Ziel, alles zu seiner
Zeit und alles im freien Spiel der Kräfte: “The show must
go on”. Und so sollten wir dem zarten Pflänzchen Chess960
und seiner Umgebung einfach eine faire Chance geben sich zu entwickeln
– vielleicht kann ja der ein oder andere auch mal ein bisschen
Wasser oder Dünger dazugeben, aber auch wiederum nicht zu viel,
wenn die natürlichen Bege-benheiten in Ordnung sind. Zum Schluß
die einfach verständlichen Thesen:
1. Die Chess960 Zukunft hat begonnen
2. Eine Normalpartie soll 2-3 Stunden dauern
3. Keine Macht dem Weltmeister
4. Der Zuschauer ist Kunde
5. Netzwerke statt Hierarchien
6. Vielfalt statt Einfalt
7. Schach ist auch Entertainment
8. Das Spiel braucht Organisationskultur
Die Chess Classic Mainz 2003 findet vom 13.-17.August
in der Mainzer Rheingoldhalle statt. Mit den Duellen Viswanathan Anand
gegen Judit Polgar im normalen Schnellschach und mit dem WM-Kampf Peter
Leko gegen Peter Swidler im Chess960 Schnellschach wird in den Abendstunden
sicher für Spannung gesorgt sein und die Teilnehmer der Open können
sich selbst ein Urteil bilden, wie denn die Partien auf jeden einzelnen
Zuschauer wirken, wenn sie auf der Bühne parallel gespielt werden.
Bei den beiden Open in den Mittags- und Nachmittagsstunden mit einem
Preisfonds von 33.333 € bei insgesamt 158 Preisen gibt es sicher
für jeden Teilnehmer die attraktive Gelegenheit, das neue Schach
auch mal selbst auszuprobieren. Das Chess960 Open findet am 14.-15.
August und das ORDIX Open am 16.-17.August. Ein fundiertes Urteil sich
durch praktische Erfahrung mit dieser Spielweise zu bilden ist sicher
auch ein spannendes Erlebnis. "Chess960 ist wie eine Stadt zu erkunden
ohne Stadtplan" sagt Vishy Anand. Wer Chess960 in einem Simultan
mit den beiden Chess960 Protagonisten Peter Leko oder Peter Swidler
versuchen möchte, - die ersten Simultans dieser Art - also eine
Weltpremiere, hat am 13.August um 16:30 Uhr nach der eröffnenden
Pressekonferenz die Gelegenheit. Zehn der je 20 Simultanplätze
werden auf unserer Homepage www.chesstigers.de verlost. Für Fragen
und Anregungen zu obenstehendem Artikel und zu der Chess Classic Mainz
2003 stehe ich unter folgenden Adressen sehr gerne zur Verfügung:
Frankfurt Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V. (FCT) Hans-Walter
Schmitt, Alte Ziegelei 5, D-65812 Bad Soden am Taunus, Fon & Fax:
06196-22726, E-Mail: hans-walter.schmitt@t-online.de.
Wir informieren Sie auch sehr gerne über die FCT Geschäftsbereiche
Top-Turniere und Chess960, sowie über die im Aufbau befindlichen
Bereiche Universität und Entertainment.