Chess960-WM: Swidler Leko 4,5:3,5
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Tag 4: Ich wurde sieben Mal überspielt Peter Leko, entthronter Chess960-Weltmeister:
Mit Df3 war meine gute Stellung in der siebten Partie dahin. Die achte
Begegnung sah rasch wie normales Schach aus. Ich wollte Swidler schon nach zehn
Zügen für sein nachlässiges Spiel umgehend bestrafen. Das ging
gründlich schief. Durch den Bauerngewinn stand ich auf Gewinn und
zwei Züge später nach einem Patzer hoffnungslos verloren. Ich
verteidigte mich zwar unglaublich lange, meinem Schicksal konnte ich jedoch
nicht mehr entrinnen. Schade, das Publikum wünschte sich gewiss einen
Blitz-Tiebreak im Chess960. Ich büßte für meine ausgelassenen
Chancen wie in der zweiten Partie. Das Match verlief ausgeglichen. Swidler
gewann verdient, weil er seine Chancen besser nutzte. Zur Vorbereitung auf
dieses Match hatte ich lediglich meine Partien von 2001 gegen Michael Adams.
Mit Peter Swidler versuchte ich diesmal mehr, normale Stellungen zu erreichen
schließlich heißt es auch nicht mehr Random Chess
(Zufallsschach), sondern ähnlich wie normales Schach, Chess960.
Tag 3: Guter, schlechter Springer auf d8 Peter Leko: In der ersten Partie des Tages kamen die Damen rasch ins Spiel. Es lagen einige Tricks in der Luft. Ich stand gut, verlor dann aber den Faden, weil mir eine Mattkombination von Swidler entging. Als ich es endlich bemerkte, musste ich auf Defensive umstellen und ins Remis abwickeln. Vielleicht hätte ich im leicht besseren Endspiel etwas mehr Motivation haben sollen, auf Gewinn zu spielen. In der sechsten Runde hielt ich nach Sf5 die Initiative in Händen. Ich hätte vielleicht nicht so optimistisch sein sollen. Doch der Springer auf d8 sah so blöd aus, dass ich mich dazu verleiten ließ, durchaus mögliche Remis zu umgehen. Dabei stand der Springer gar nicht so schlecht. Im Chess960 gehören solche Figurenpositionen einfach zum Spiel. Als der Springer über die seltsam wirkende Route f7 und h6 wild herumzugaloppieren drohte, wurde es für mich gefährlich. Bei knapper werdender Zeit drückte Swidler und ich ging unter. Peter Swidler: Ich wusste zunächst auch nicht, was ich mit dem Springer auf d8 anfangen sollte. Immerhin deckte er aber auch einiges. Erst als ich die e-Linie bekam, witterte ich Morgenluft. In Zeitnot war es für Leko schwer, die Stellung zu halten. Ich hatte meist ungefähr drei Minuten Bedenkzeit mehr auf der Uhr.
Tag 2: Peter Leko Peter Swidler 2,5:1,5 Peter Swidler: Leko spielte in der dritten Partie im zehnten, elf Zug ungenau. Sonst wäre ich schon fast verloren gewesen. Nach c3 von ihm witterte ich Morgenluft. Mit d5 drehte ich die Partie völlig. Der Vorstoß war sehr stark. Danach war Lekos Grundreihe sehr schwach. Ich dachte, er könne nur noch mit seinem Springer auf c4 ziehen und sei paralysiert. Doch Leko verteidigte sich zäh, weshalb ich irgendwann fürchtete, dass ich einfach zwei Bauern weniger habe, wenn mir in den nächsten drei Zügen nicht ein Mattangriff gelingt. Doch meine überlegene, aktivere Stellung war immer ausreichend für ein Remis. In der vierten Begegnung war ich nur einen Moment zu ambitioniert dafür bezahlte ich den Preis. Ich geriet in Entwicklungsrückstand, das Endspiel konnte ich nicht halten. Peter Leko: Ich wurde in der dritten Partie während der Eröffnung zu optimistisch. Nach einem Fehler stand ich miserabel ich hatte die Verteidigung Df8 übersehen. Das schockte mich. In zwei Zügen ruinierte ich alles! Meine Figuren mussten sich ausnahmslos zurückziehen. Ich habe wie durch ein Wunder überlebt. Mit dem glücklichen Remis und der wenigen verbliebenen Bedenkzeit war ich natürlich gut bedient. Deshalb zögerte ich nicht lange, als sich die Gelegenheit zur Zugwiederholung bot. In der vierten Partie überlegte ich erst mal vier Minuten lang, was ich auf 1.e4 mache. Ich hatte von Swidler nämlich 1.b3 erwartet. Mit d5 gelang mir später eine kleine Provokation. Ich stand dann sehr komfortabel. Das Endspiel reichte zum Sieg, auch wenn ich in einem Augenblick zu spät sah, dass mein Bauernvorstoß nach b3 einzügig gewinnt. Doch da hatte ich schon den Turm angefasst. Gott sei Dank reichte es trotzdem zur Führung.
Tag 1: Ein ruhiger Start ins Chess960 Match Stimmen: |
Peter Leko Peter Swidler
IPS
Auswertung Photos 1. Tag
8 Partien Schnellschach: Donnerstag, 14.8. Runde 1+2
Siegerliste der vergangenen Jahre Eric van Reem: "Die Geburtsstunde des Chess960 (Fischer Random Chess)" Hans-Walter
Schmitt: 1.Weltrangliste im Chess960 |
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