2. Chess960 Open
Donnerstag, 14.8.
Runde 1
179 Teilnehmer treffen bei der 2. Ausgabe des Chess960 Opens in Mainz
zusammen. Die einzige Überraschung der ersten Runde war das Remis
des Oberbürgermeisters Jens Beutel über den ELO-Favoriten
und Weltranglistensechsten Alexander Grischuk. Aus der Eröffnung
heraus stand Beutel mit Schwarz bereist sehr gut und konnte allerdings
einen Mehrbauer im Endspiel nicht verwerten.
Runde 2
In der Partie Vitaly Kunin gegen die deutsche Nummer eins Alexander
Graf verlor der deutsche Hoffnungsträger. Der 14jährige David
Baramidze (2470) aus der Dortmunder Schule in Brakel konnte gegen den
ELO-Riesen Rustam Kasimdzhanov (2664) spektakulär gewinnen.
Runde 3
36 Spieler haben immer noch eine 100% Ausbeute aus den ersten
drei Runden. Der französische GM Christian Bauer kämpfte über
120 Zügen gegen Alexey Dreev um schließlich mit nur noch
6 Sekunden auf der Uhr in ein remis einzuwilligen. Ivan Sokolov, der
starke Niederländer, hatte kein Problem mit Igor Glek. Schachlegende
Vlasimil Hort, ein Liebhaber des Chess960, verlor unglücklich gegen
den Großmeister Vadim Zvaginsev. Henrik Teske gewinnt gegen den
Ex-Europameister Emil Sutovsky. Der titelose Tillmann Vogler von Schott
Mainz avanciert zum Lokalstar. Er bleibt auch in der dritten Runden
gegen GM Volokitin (2597) ungeschlagen und liegt mit nunmehr 2,5 Punkten
nur einen halben Zähler hinter der Spitze.
Runde 4
In der vierten Runde verliert Alexander Grischuk gegen den
Chess Classic Kommentator Klaus Bischoff. Der junge Russe scheint einige
Schwierigkeiten in seinem ersten Chess960 Turnier zu haben. Aber vielleicht
startet er morgen sein Comeback wie im letzten Jahr Peter Swidler. Der
zweite Chess Classic Kommentator Artur Jussupow
gewinnt mit Schwarz gegen Alexei Dreev. Nach vier Runden haben noch
4 Spieler eine weiße Weste: Viorel Iordachescu, Vadim Zvjaginsev,
Levon Aronia and Konstantin Landa.
Runde 5
Die Stellung in der letzten Runde schien vorteilhaft für Schwarz
zu sein. An den ersten 8 Brettern gewann Schwarz nicht weniger als 6
Mal. Einer der Gewinner mit den schwarzen Figuren war Vadim Zvjaginsev,
der gegen Landa gewann. Da Aronian and Iordachesu remisierten, ist der
junge Russe der einzige Spieler mit einem 100% Score. Allerdings lauern
8 Spieler mit 4,5 Punkte auf eine Schwäche des Spitzenreiters.
"Ich hatte viel Spass am ersten Tag heute. Ich habe nie vorher Chess960
gespielt und es ist für mich sehr ungewöhnlich schon beim
ersten Zug nachdenken zu müssen. Einige Anfangsstellungen waren
ziemlich kompliziert. In der dritten Runde konnte ich nur mit Mühe
gewinnen. Zum Teil war ich nach der Partie nicht mehr in der Lage mich
an die Ausgangstellung zu erinnern." Ivan Sokolov (Niederlande) und
Francis Vallejo Pons (Spanien) spielen auch ihr erstes Chess960 Turnier.
Ihre Eindrücke: Sokolov: "Wenn ich 100 Chess960
Partien pro Jahr spielen müßte, würde ich wahrscheinlich
verrückt. Es ist etwas komplett Neues für mich. Aber ich gebe
zu , daß es mir viel Spass macht, Chess960 hier zu spielen. Ich
glaube nicht, daß Chess960 das klassische Schach verdrängen
wird. Aber es ist eine schöne Ergänzung. Es wäre gut,
wenn man mehr Zeit für die Partien bekommen würde. Die Qualität
der Partien würde steigen. Ich würde wahrscheinlich die ersten
20 Minuten ununterbrochen über die Anfangsstellung nachdenken.
Mir ist noch nicht klar, was wichtiger ist: Die Figuren zu entwickeln
oder das Zentrum zu besetzen. Vielleicht werden ich es morgen herausfinden,
" lacht der sympatische Niederländer bosnischer Herkunft. Vallejo
Pons, der sich am ersten Tag 4,5 Punkte erspielte, würde gerne
mehrere Chess960 Turniere spielen. "Ich mag es einfach mich hinzusetzen
und Schach zu spielen, ohne die zahllosen Eröffnungsvarianten abrufen
zu müssen."
Nach dem ersten Tag führt Zvjaginsev mit einem perfektem Score von
5/5. Beste Dame ist die Grazie aus Dresden Elisabeth Pähtz (3).
Der beste Senior ist Klaus Klundt (Tegernsee)ebenfalls mit drei Punkten.
Freitag,
15.8.
Runde 6
Am Spitzenbrett tobt der Kampf zwischen dem Spitzenreiter Zvjaginsev
und Liviu-Dieter Nisipeanu. Der Russe hat gut geschlafen und spielte
erneut eine fantastische Partie. Vallejo Pons siegt mit dem weissen
Steinen gegen Tregubov. Levon Aronian gewinnt eine wichtige Partie gegen
Vaganjan. Alexander Grischuk startet sein Comeback mit einem Sieg gegen
IM Sinisa Joksic.
Runde 7
Levon Aronian besiegt den 100%-Mann Zvjaginsev. Der Armenier behält
die Nerven in einer wilden und aufregenden Zeitnotschlacht und übernimmt
somit die alleinige Führung im Gesamtklassement. Der spanische
Hoffnungsträger Vallejo Pons verliert seine erste Partie gegen
Michael Gurevich. Der deutsche Schachjournalist Stefan Löffler
spielt ein sehr gutes Turnier und nimmt in dieser Rund den Chess Classic
Kommentator Eric Lobron auseinander. Oft wird gesagt, daß junge
Spieler weniger Probleme mit den manchmal merkwürdig anmutenden
Eröffnungsstellungen haben. Junge Stars wie Andrej Volokitin (5,5/7)
und David Baramidze (5/7) scheinen diese Theorie zu bestätigen.
Allerdings haben auch erfahrene Spiele wie Vlastimil Hort (5,5/7), die
ihr allgemeines Schachwissen in Chess960 einsetzen können, gute
Chancen auf eine höhere Plazierung
Runde 8
An Brett 1 verteidigte Aronian seinen ersten Platz gegen Gurevich. Am
zweiten Brett spielte Zvjaginsev in eine sehr lange Partie (106) gegen
Zoltan Varga. Er machte auch im Endspiel Druck und gewann die Partie
mit einem taktischen Schlag. Nur noch drei Runden sind zu spielen und
alles ist noch offen. Aronian führt immer noch mit 7,5/8 vor Zvjaginsev
mit 7/8 und fünf Spieler mit 6,5: Landa, Lalic, Schmaltz, Georgiev
and Dreev. Und was passiert mit dem topgesetzen Alexander Grischuk?
Er verliert in Runde 8 gegen Shchekachev und hat nur 4,5 Punkte auf
dem Konto. Der 19jährige Russe wird seine Chancen im Ordix-Open
suchen müssen.
Runde 9
Alexey Dreev hat mit den weissen Figuren keine Chancen gegen einen entfesslt
spielenden Aronian. Der armenische Großmeister brauchte nur 25
Züge, um seine russischen Kollegen zuzammenzuschieben. In der Anfangstellung
stand ein Springer auf h1. Wahrscheinlich hat Dreev diesen Springer
vergessen, zumindest in der Endstellung stand er dort immer noch. Am
zweiten Brett hatte Zvjaginsev keine Probleme Georgiev zu schlagen.
Der dritte Thronanwärter Konstantin Landa gewinnt gegen Bogdan
Lalic. Die Enfangsstellung war in dieser Runde für einige Spieler
sehr schwierig, da häufig schon in der Eröffnung gepatzt wurde.
Ein prominentes Opfer war Elisabeth Pähtz. Sie mußte schon
nach wenigen Minuten gegen Christian Bauer aufgeben. Im Schwergewichtsduell
zwischen Artur Jussupow, der im Jahre 2000 gegen Fritz auf Primergy
ein Shuffle Chess Match spielte, und dem israelischen Großmeister
Emil Sutovky gewann der Chess960 Experte.
Runde 10
Levon Aronian muß am ersten Brett lange gegen Konstantin
Landa (Bremen) kämpfen, der um seine letzte Chance spielt, das
Turnier noch zu gewinnen. In einem schwierigen Turmendspiel verliert
Aronian die Nerven und letztendich auch die Partie. Nach 118 Zügen
mußte der Armenier in einem komplzierten Dame gegen Turmendspiel
aufgeben. Landa und Aronian liegen mit 8,5/10 an der Spitze. Doch nicht
allein: Zvjaginsev spielt Remis gegen Artur Jussupow. So wird die Turnierentscheidung
erst in der letzen Runde fallen.
Runde 11
Die Paarungen an den Spitzenbretter versprechen spannende
Fernduell: Landa (8,5)- Varga (8), Dreev (7,5)-Zvjaginsev (8,5) und
Georgiev (7,5)- Aronian (8,5). Landa sichert sich einen fetten Preisscheck
mit einem Kurzremis gegen Varga. Zvjaginsev hat einen schweren Stand
gegen Dreev, und kam froh sein am Ende mit einem Remis zu entwischen.
Das bereitet den Weg für den dritten Kandidaten.
Levon Aronian. In kritischer Position, sogar mit einer Qualität
weniger patzt sein Gegner Georgiev, stellt seine Dame ein und gibt enttäuscht
auf. Aronian gewinnt mit 9,5 Punkten das Turnier. Ein wenig überraschend
war die Reaktion des Turniersiegers. Ich mag Chess960 eigetlich
nicht so richtig, weil ich schon bei ersten Zug zu viel nachdenken muß.
Das bin ich nicht gewohnt. Ich muß zugeben, ich hatte in der letzten
Runde sehr viel Glück. Die Stellung war für mich verloren.
Es gab einige merkwürdige Anfangstellungen in diesem Turnier, die
vor allem mit Schwarz sehr schwierig zu spielen waren. Aber auch im
klassischen Schach macht es nicht immer Spass mit Schwarz spielen zu
müssen. Ich denke, es ist wichtig die Linien für die Läufer
zu öffnen. Doch jede Stellung hat ihre eigenen Gesetze."
Die Top 10
1. Aronian 9,5 2-3 Zvjaginsev and Landa 9 4-5 Varga and Milov 8,5 6-10
Yusupov, Iordachescu, Dreev, Nisipeanu, Volokitin 8. |
|
Runde 1
Runde 2
Runde 3
Runde 4
Runde 5
Runde 6
Runde 7
Runde 8
Runde 9
Runde 10
Runde 11
Tabelle
Teilnehmerliste
Partien: cbv
pgn
Viewer
International Players Strength (IPS):
Weltrangliste
Photos 1. Tag
(1)
Photos 1. Tag (2)
Photos 2.
Tag mit Siegerehrung

 

 
 

 
 
20 Minuten/Partie
+ 5 Sekunden/Zug
Regeln
Ausschreibung
Chess960 Weltrangliste
Siegerliste der
vergangenen Jahre
Eric van Reem: "Die
Geburtsstunde des Chess960 (Fischer Random Chess)"
Hans-Walter
Schmitt: Wie bekommt man eine Wertungszahl? IPS = Individual
Player Strength |